Blog Planungspoker – „Spiel & Spaß“ und man kann nur gewinnen!

Planungspoker – „Spiel & Spaß“ und man kann nur gewinnen!

n-gine ist die Bezeichnung für das n-design eigene Vorgehensmodell in Entwicklungsprojekten. Wir nutzen dabei die Vorteile aus verschiedensten agilen Vorgehensweisen. Unser Team hat in Vorbereitung auf n-gine eine große Anzahl an Techniken/Methoden aus der agilen Welt auf ihre Tauglichkeit hin geprüft, übernommen und auch wieder verworfen. Getreu unserem Grundsatz, dass n-gine durch und von unseren Projekterfahrungen lebt. Nur einstimmig im Team als effizient und vorteilhaft beurteilte Technik/Methode, wird zu einem festen Bestandteil unseres Vorgehensmodell.

n-gine und die damit definierte Vorgehensweise hat sich im Laufe vergangener Projekt gefestigt. Auf bestimmte Methodiken und Vorgehensweisen möchten wir in unserer täglichen Entwicklungswelt einfach nicht mehr verzichten! Dazu zählt z.B. das Planungspoker, welches aus der agilen SCRUM-Welt für n-gine adaptiert wurde.

Aus dem priorisierten Backlog mit Iterationsfeatures, entwickelt das Team in einem gemeinsamen Feinplanungsmeeting Karten für eine Iteration (bei SCRUM auch Sprint genannt). Diese Karten beschreiben das Doing für das Entwicklungsteam in der nächsten Iteration. Die Gründe für die Verwendung von Iterationsfeatures, Karten etc. und dem bewussten nicht verwenden sogenannter User Storys aus dem SCRUM-Kontext würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen und wird daher in einem noch folgenden Blogeintrag dargestellt.

Zu Beginn haben wir mit tatsächlichen Arbeitszeiten geschätzt. Jeder im Team hat eine Schätzung über den benötigten Implementierungsaufwand abgegeben und diesen kurz begründet. Dabei konnten jedoch folgende Probleme beobachtet werden:

  • Die Dauer der Meeting stieg enorm an, da jedes Teammitglied ein separates Statement abgab.
  • Oft verfallen die Schätzer dazu, sich an die erste Schätzung der Vorherigen „dranzuhängen“. Zum einen weil es einfach ist und man sich hierdurch keine eigenen Gedanken machen muss. Zum anderen weil man sich nicht traut in die Runde zu sagen, dass man diese Karte selbst viel höher oder niedriger als die anderen Teammitglieder einschätzen würde.
  • Geschätzte Arbeitszeiten zeigen nicht auf, ob es sich bei der Karte um ein zu großes Arbeitspaket handelt, welches unter Umständen noch weiter aufgesplittet werden sollte.
  • Geschätzte Arbeitszeiten zeigen nicht auf, ob die Teammitglieder unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was bei diesem Arbeitspaket zu tun ist.
  • Nach dem Meeting verfallen die Teammitglieder dazu, sich zu sehr an die geschätzten Zeitangaben zu halten. Dadurch geraten Sie entweder in Zeitdruck oder arbeiten extra langsam.

Auf Grund dieser Beobachtungen haben wir nach einer neuen Methodik für die Schätzung gesucht. Seit einiger Zeit schätzen wir jetzt unsere Karten für eine Iteration mit dem Planungspoker.

Hierbei bekommt jedes Teammitglied ein Kartenspiel mit den Fibonacci-Zahlen ausgehändigt. Das Team muss sich dann zu Beginn auf eine Karte, die den Wert 5 bekommt verständigen, welches dann die sogenannte Referenzkarte darstellt. Das Team schätzt dann den zu erwartetene Komplexität der Karte relativ zu der Referenzkarte. Alle geschätzten  Komplexitäten werden gleichzeitig offen gelegt. Die beiden Teammitglieder, die den jeweils höchsten und niedrigsten Wert geschätzt haben,müssen den anderen ihre Schätzung begründen. Danach schätzen alle Mitglieder diese Karte erneut ein. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis man sich auf eine Komplexität für diese Karte geeinigt hat bzw. es eine klare Mehrheit gibt.

Dieses Vorgehen hört sich zunächst recht zeitaufwendig an. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass eine Einigung immer sehr schnell erzielt wird und es trotz Wiederholungsrunden effektiver ist als unsere vorherigen Schätzungen mit Stunden oder PTs.
Aus unserer Sicht hat das Planungspoker folgende Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Schätzungsmethoden:

  • Das Planungspoker zwingt jeden Einzelnen im Team dazu, sich eine eigene Meinung zu bilden.
  • Das einheitliche Ergebnis der Schätzung erfolgt schneller, auch wenn es in der Regel nicht nach der ersten Runde ein einheitliches Ergebnis gibt. Möglich ist dies durch die kurze Erklärung des Teammitglieds welches die höchste Komplexität in der Schätzrunde und die Desjenigen der am wenigsten vergibt. Hierdurch wird die unterschiedliche Auffassung schnell verdeutlicht. In der Praxis hat es sich effektiver als vorherige Methoden herausgestellt. Missverständnisse über „Was muss ich alles genau bei dieser Karte machen“ werden so besser aufgedeckt.
  • Eine Karte, die von jemandem eher schwer bzw. nur vage eingeschätzt werden kann, da er bislang wenig Erfahrungen in diesem Tätigkeitsbereich hat, wird ausgeglichen durch den Rest der Runde. Die Schätzung ist somit realistischer als durch einen Einzelnen. Unterschiedliche Schwerpunkte und Erfahrungen, die automatisch jedes Team besitzt, machen dies möglich.
  • Das Planungspoker macht SPAß und die Teammitglieder kommen dabei noch nicht einmal in die Gefahr ihr Geld zu verspielen!