Ein Schülerpraktikum bei n-design

Herausforderung & Chance

Für einen kleineren Mittelständler wie die n-design GmbH sind Schülerpraktika eine besondere Herausforderung: Wir haben keine große Personalabteilung, die maßgeschneiderte Programme für Praktika in der Schublade liegen hat: Wann durchläuft eine Praktikantin oder ein Praktikant welche Abteilung? Mit welchen Aufgaben wird sie oder er betraut? Können wir sie oder ihn gerade unterbringen oder gehen die laufenden Projekte vor? Großkonzerne haben es da mit ihren umfangreichen Prozessen leichter.

Ein Praktikum kann für alle Beteiligten eine konstruktive und fruchtbare Erfahrung und damit eine Chance sein. Daher freuen wir uns über qualifizierte Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern, die in die Betriebswelt eines mittelständischen IT-Unternehmens mit dem Fokus auf e-Health, reinschnuppern wollen.

Initiative & Engagement

Im Jahr 2017 hatten wir das Glück, gleich mehrere sehr erfreuliche Praktikanten bei uns begrüßen zu dürfen. In beiden Fällen handelte es sich um Bewerbungen aus eigener Initiative, unabhängig von einem verpflichtenden Praktikum, das die Schule einforderte.

David und Murat haben uns mit ihren Bewerbungen überzeugt und waren in den Sommer- bzw. Herbstferien für jeweils mindestens eine Woche bei uns. Beide haben sehr gute Vorkenntnisse mitgebracht und wir konnten recht schnell in die fachliche Materie einsteigen.

David kennt sich schon recht gut mit der Installation von Serveranwendungen unter Linux aus, sodass er sich mit der Einrichtung eines DNS-Servers für den internen Betrieb auseinandergesetzt hat. Murat interessiert sich eher für die Aspekte der Softwareentwicklung. Wir haben im Vorfeld überlegt, was den beiden am meisten weiterhilft. Natürlich geht es darum, einen allgemeinen Eindruck zu gewinnen, wie es in einem Unternehmen ist. Doch wir wollten ihnen darüber hinaus auch ein paar fachliche Dinge nahebringen, die für sie — falls sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium im IT-Umfeld entscheiden — ein echter Vorteil sind. Dabei sollte es weniger um Programmierkniffe gehen als um Werkzeuge: Wir gehen in der professionellen IT mit Tools um, die auch für einen ambitionierten Amateur eine Bereicherung sein können.

Der Weg als Ziel: Praktikumsbericht als integraler Bestandteil

So haben wir uns gemeinsam entschieden, in der ersten Woche der Herbstferien eine Einführung in Git und Asciidoc zu versuchen. Ein ambitioniertes Programm, sind beide Werkezuge für sich schon so vielfältig, dass man deutlich mehr Zeit allein mit einem der beiden verbringen könnte. Versionsverwaltung ist ein wichtiges Thema, das man sowohl in privaten Entwicklungsprojekten, aber auch außerhalb der Softwareentwicklung gewinnbringend einsetzen kann. Asciidoc ist interesant, da es einen Ansatz zur Verarbeitung und Aufbereitung von Texten zeigt, der sich deutlich von dem abhebt, was man „normalerweise“ kennt, wenn man Office-Programme wie Word verwendet.

Doch wie bringt man als Betreuer diese Themen nun elegant zusammen? Die Lösung war gar nicht so schwer: Wir haben im Vorfeld des Praktikums einen Rahmenplan für die Woche erarbeitet, der die festen Termine (Montag: Ankommen und Kennenlernen, Freitag: gemeinsames Frühstück und Abschlussrunde) enthält, ansonsten aber leer war. Darüberhinaus enthielt der Plan einen Themenspeicher, dessen Elemente aber keinem Tag zugeordnet waren. Diesen Plan haben wir in Asciidoc geschrieben und in einem Git-Repository auf unserem Server gespeichert. Die Leitaufgabe war, den Wochenplan mit genau diesen Werkzeugen zu pflegen. So sollte über die Woche der Rahmenplan zu einem ausführlichen Praktikumsbericht heranwachsen — erstellt mit genau den Werkzeugen, die im Rahmen des Praktikums erlernt werden sollten.

Resumee

Das Konzept ging sehr gut auf. Dank der sehr guten Auffassungsgabe beider Praktikanten waren die Werkzeuge schnell verstanden und sie konnten selbständig ihren Praktikumsbericht verfassen. Beide blicken auf eine sehr erfolgreiche Woche zurück, aus der sie wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen mitgenommen haben.

Doch auch für den Betreuer war die Betreung der Schülerpraktika eine wertvolle Erfahrung: Nach (jahrzehnte-)langem Umgang mit Technologien und Werkzeugen neigt man dann doch irgendwann zu einer gewissen Betriebsblindheit. Da hilft es ungemein, wenn neugierige Menschen einen herausfordern, das eigene Wissen strukturiert aufzubereiten. Fragen nicht nur mit „Das mache ich immer schon so“ zu beantworten, sondern aus Bequemlichkeit erlernte Mechanismen auch mal zu hinterfragen.

Wie eingangs gesagt: Wir freuen uns über gute Bewerbungen. Wir können nicht immer versprechen, dass gerade ein Platz frei ist oder dass eine Praktikantin/ein Praktikant gerade in die Projektsituation passt.  Nach Möglichkeit geben wir aber gerne dem IT-Nachwuchs die Chance, einen Eindruck von unserer oft spannenden Arbeit zu bekommen. Und wenn es ein Praktikum bei n-design ist, das einen jungen Menschen zur Entscheidung bringt, sich beruflich für die IT zu entscheiden, haben wir womöglich einen Grundstein für eine erfolgreiche Karriere gelegt.